Bedeutung

Alfred Brehm wurde bereits zu Lebzeiten von vielen Zeitgenossen respektvoll „Tiervater“ genannt.

Bis heute ist das umfangreiche Werk „Brehms Tierleben“, das 1869 erstmals komplett gebunden veröffentlicht wurde, ein Standardwerk über das Leben der Tiere in der freien Wildbahn. Ähnlich dem „Brockhaus“ oder „Duden“ gehörte der „Brehm“ bald zu den Standardnachschlagewerken, die in keinem „ordentlichen“ Haushalt fehlen durften.

Brehm war einer der ersten Forscher, der nicht nur die wissenschaftlich-anatomische Seite der Tierwelt unter die Lupe nahm. Er konzentrierte sich auf das Verhalten der Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und hielt die Feldforschung für die ergiebigste Quelle der wissenschaftlichen Zoologie. Der Stil wissenschaftlicher Veröffentlichungen war ihm zu einseitig.

So verfasste Brehm eine Reihe populärwissenschaftlicher Texte zu den einzelnen Arten, die ihm in der Heimat und auf seinen zahlreichen Reisen begegneten und fügte aussagekräftige Illustrationen hinzu.

Kritik an Brehms Arbeit

Der Vorwurf mangelnder akademischer Objektivität wurde bereits zu Brehms Schaffenszeiten erhoben. Denn seine Beschreibungen der Tierwelt sind durch starke Vermenschlichung und subjektive Eindrücke geprägt.  So verurteilt er die Paviane als „hässlichste, rüdeste, flegelhafteste und deshalb widerwärtigste Mitglieder der ganzen Ordnung“, währenddessen  Meerkatzen für ihn „die schönsten, nettesten und gemüthlichsten“ unter den Affen sind.

Obwohl Brehm eine für diese Zeit ungewöhnliche Verhaltensforschung mitbegründete, gelten seine Erkenntnisse heute als überholt. Die evolutionstheoretischen, genetischen oder verhaltensbiologischen Fehlinterpretationen wurden im Laufe der 200 erschienenen Auflagen durch neue wissenschaftliche Texte ersetzt.

Brehms Werke sind heute meist nur noch über das Antiquariat zu bekommen und erhalten zwar keine Orginaltexte mehr, sind dafür aber reich geschmückt mit Brehms Zeichnungen der Tierwelt.

Quelle: www.wasistwas.de